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Samstag, 21. Oktober 2017
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Marsberg

Frühes Mittelalter (Teilchronik) 
Die schriftliche Überlieferung zur Geschichte des Ortes reicht zurück bis in die sächsische Zeit. Die fränkischen Reichsannalen bezeichneten den Ort als Eresburg. Diese Anlage war eine der wichtigsten Wallburgen der Sachsen und soll laut Thietmar von Merseburg mit der Irminsul das bedeutendste (vorchristliche) Heiligtum dieses Stammes beherbergt haben. Daher war dieser Ort eines der ersten Ziele während der Sachsenkriege Karls des Großen. Im Jahr 772 wurde die Anlage erobert und die Säule zerstört. Danach von den Sachsen zurückerobert, blieb die Burg erst 776 nach einer dritten Eroberung in der Hand der Franken. Im Jahr 785 ließ Karl die Burg wahrscheinlich verkleinert erneuern. Im Nordosten des Burgbezirks wurde mit der St. Peterkirche eine der ersten Kirchen und mit dem Kloster Obermarsberg eines der ersten Klöster in Westfalen überhaupt gebaut. Von diesem Kloster aus wurde die Umgebung christianisiert. Nach einer zeitnahen Überlieferung wurde die Kirche von Papst Leo III. im Zusammenhang mit dessen Reise zum Reichstag in Paderborn geweiht. Zeitweise war die Eresburg auch eine kaiserliche Pfalz. Karl lebte mit seiner Familie dort 785 für mehrere Monate.

Ludwig der Fromme hat das Kloster und die zugehörigen Besitzungen dem Kloster Corvey übereignet. Anstelle des eigenständigen Klosters trat eine Propstei. Unterhalb der Burg entwickelte sich die Siedlung Obermarsberg. Der Propst war später gleichzeitig auch Pfarrer von Obermarsberg.

Wohl vor 915 war die Burg im Besitz von Herzog Heinrich von Sachsen. In dieser Zeit haben die Sachsen, die ihren Stützpunkt wohl auf der Burg hatten, in der unmittelbaren Nähe Eberhard von Franken besiegt. In der Marsberger Stiftskirche endete 938 der Streit des Königs Otto I. mit seinem Halbbruder Thankmar dadurch, dass letzterer durch einen durch ein Seitenfenster der Kirche geworfenen Speer am Altar getötet wurde.

Seit 1036 wurde der abgesetzte Herzog Adalbero von Kärnten auf der Burg für drei Jahre gefangen gehalten.[5]

Von Bedeutung war die Gegend wegen seiner Erzvorkommen und der sich in der Nähe kreuzenden Fernhandelswege die via Regia und der Römerweg. An dieser Stelle entwickelte sich eine Siedlung Horhusen (heute Niedermarsberg). Ludwig das Kind verlieh Corvey im Jahr 900 das Recht in Horhusen einen Markt abzuhalten, Zöllen zu erheben und dasMünzrecht. Eine angeblich im Jahr 962 ausgestellte Urkunde durch Otto I. sicherte dem Ort Dortmunder Kaufmannsrecht und Corvey den alleinigen Besitz zu. Tatsächlich dürfte es sich dabei um eine Fälschung des 11. Jahrhunderts handeln.
Quelle: (Mehr) http://de.wikipedia.org/wiki/Marsberg